Deutlich weniger Krankmeldungen

In der Corona-Krise lassen sich immer weniger Menschen krankschreiben. Vor allem zwischen Mai und August 2020 sank die Zahl der Krankmeldungen teilweise deutlich, wie eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts (Wido) der Krankenkasse AOK ergibt.

Der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, vermutet mehrere Gründe hinter dem Rückgang. "Zum einen dürften viele Beschäftigte Arztpraxen aus Angst vor Ansteckung meiden", sagte er. Auch sei es wahrscheinlich, dass die Pandemie das Infektionsrisiko insgesamt eher senke: Mehr Menschen arbeiteten im Home-Office, das verringere das Ansteckungsrisiko auf dem Arbeitsweg. Außerdem blieben Arbeitnehmer bei leichten Erkrankungen wie einer Erkältung eher im Homeoffice und verzichteten auf eine Krankschreibung.

Litsch verwies darauf, dass es seit Mai 2020 deutlich weniger Krankschreibungen aufgrund von "akuten Infektionen der oberen Atemwege" gegeben habe. "Offensichtlich wurde die Empfehlung ernst genommen, auch bei leichten Erkältungssymptomen das Büro zu meiden." Bereits vor der Pandemie sei die Tendenz erkennbar gewesen, "dass Beschäftigte im Home-Office generell weniger Fehltage aufweisen".

Litsch warnte aber, dass die Möglichkeit zur Heimarbeit die Tendenz fördere, trotz Erkrankung zu arbeiten. "Wer krank ist, sollte in jedem Fall beruflich pausieren. Halbkrank gibt es nicht", sagte er.

Fotocredits: pixabay.com
Quelle: GLP mp

(dpa)

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