Wenn Medikamente abhängig machen

Ärzte verschreiben häufig über längere Zeiträume starke Medikamente, die für den kurzfristigen Gebrauch gedacht sind. Manche davon können sogar süchtig machen, berichtet das Magazin Reader's Digest.

Forscher wissen, dass Benzodiazepine (Angstlöser), Codein (ein schwaches Opioid zur Schmerzbehandlung) und Z-Substanzen (Schlafmittel) eine starke Abhängigkeit auslösen können. "Die meisten Patienten kennen das Abhängigkeitspotenzial dieser Medikamente nicht", sagt Professor Gerd Glaeske, Gesundheitswissenschaftler an der Universität Bremen. Er schätzt, dass rund zwei Prozent der Bevölkerung in den Industrienationen eines dieser Medikamente einnehmen – das sind mehr als zehn Millionen Europäer.

Ein Beispiel für Mittel, zu denen Patienten eine Abhängigkeit entwickeln können, sind Benzodiazepine. Denn diese Beruhigungsmittel hemmen über Rezeptoren im zentralen Nervensystem die Aktivität der Nervenzellen, wirken dämpfend und lindern so Angstzustände.

Inzwischen gehören sie zu den weltweit am häufigsten eingesetzten Beruhigungsmitteln, sollten aber in möglichst niedrigen Dosen und nur für eine kurze Zeit angewendet werden. Laut einer Studie sind in Deutschland möglicherweise bis zu 1,6 Millionen Menschen langfristig davon abhängig.

Auch Schmerzmittel wie schwache Opioide können eine Sucht danach auslösen. Der Körper gewöhnt sich bei täglicher Einnahme schnell daran, sodass höhere Dosen nötig werden.

Fotocredits: pixabay.com
Quelle: GLP mp

(dpa)

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