Die „Wellness-Falle“ im Kühlregal

Viele Menschen ernähren sich, angesichts einer eher leichten körperlichen Belastung, figur- und kalorienbewusst. Dazu gehört meistens, dass man verstärkt auf den Fettgehalt bei Lebensmitteln achtet. Diese Erkenntnis machen sich die Nahrungsmittelkonzerne zu nutze: Sie bieten Produkte an, die mit Schlagwörtern wie „Wellness“ oder „light“ werben und die Verbraucher in eine Falle locken.

Fett ist ein Geschmacksträger, das ist im Grunde allgemein bekannt. Leider vergessen viele Menschen diesen Umstand oft. Ganz besonders, wenn Produkte mit emotional ansprechenden Argumenten wie beispielsweise „fettreduziert“ ihren „Wellness-Faktor“ anpreisen. Dieses so genannte „Wellness-Food“ ist aber oft nur Nepp. Durch fehlendes Fett geht auch Geschmack verloren. Dies wiederum müssen die Hersteller durch einen hohen Zuckeranteil ausgleichen. Die Masche funktioniert auch deswegen so gut, weil Verbraucher oft nur auf die Nährwerte schauen und nicht in die Zutatenliste. Steht dort Zucker an einer der ersten Stellen, kann man davon ausgehen, dass die eingesparten Kalorien auf der Fettseite durch den hohen Anteil an Kohlenhydraten wieder ausgeglichen werden. Ein gutes Beispiel sind die immer wieder gern angebotenen „Wellness-Joghurts“. Im Internet findet man unter dem Suchbegriff „Nährwerttabellen“ eine unendliche Masse von Seiten, die diese zur Verfügung stellen. Ich habe mir einmal drei verschiedene Joghurtsorten eines bekannten Hersteller vorgenommen und deren Nährwertangaben verglichen.

Der Joghurt mit normalem Fettgehalt hat pro 100 Gramm folgende Werte:

  • Kilokalorien: 110
  • Eiweiß: 3,1 g
  • Fett: 2,8 g
  • Kohlenhydrate: 18 g

Man kann davon ausgehen, dass die 18 Gramm unter dem Punkt „Kohlenhydrate“ allein dem Zucker zuzuschreiben sind. Der Kaloriengehalt setzt sich also zum einen aus dem Fettgehalt und dem Anteil an Zucker zusammen.

Der „fettarme“ Joghurt beinhaltet pro 100 Gramm:

  • Kilokalorien: 47
  • Eiweiß: 3,4 g
  • Fett: 1,5 g
  • Kohlenhydrate: 5 g

Hier kann man schon deutlich den Unterschied zum „normalen“ Joghurt sehen. Die Kalorienzahl vermindert sich deutlich, vor allem durch eine Einsparung an Kohlenhydraten. Der geringere Fettgehalt sorgt dafür, dass wir Fett sparen, aber der Geschmack nicht deutlich leidet und durch hohen Kohlenhydratanteil ausgeglichen werden müsste. Dies wird umso deutlicher, wenn man sich mal die Nährwerte des „Wellness-Produkts“, dem

Joghurt mit 0,1 Prozent Fett anschaut. Hier finden wir:

  • Kilokalorien: 81
  • Eiweiß: 3,8 g
  • Fett: 0,1 g
  • Kohlenhydrate: 16,1g

Der fast fettfreie Joghurt hat nicht nur einen deutlich höheren Energiewert, sondern muss das Fehlen des Geschmacksboten „Fett“ durch einen Zuckeranteil ausgleichen, der dem im normalen Produkt gleichkommt. Hier kann man nicht von Wellness, sondern nur von Marketingstrategie sprechen. Ein Problem, das nicht nur den Ernährungssektor betrifft, denn der Begriff „Wellness“ ist bekanntlich ungeschützt und hat oft nicht viel mit seiner ursprünglichen Bedeutung zu tun. Auch andere Lebensmittel wie Brotaufstriche, Käse und Wurst sollten vor dem Kauf einer genauen Kontrolle unterzogen werden. Es ist eben nicht alles Wellness, auch wenn es sich so schön liest und so scheinbar das Gewissen (und ganz bestimmt den Geldbeutel) erleichtert. Wer sich gesund ernähren möchte muss dafür nicht tief in die Tasche greifen. Richtiges Wellness-Food besticht oft durch seine Einfachheit! Dem Gesundheitsbewussten helfen eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Entspannung (auch mal in Form von Sauna, Massagen oder Tiefenentspannung wie beim Floating) und etwas Bewegung, zum Beispiel in Form von Walken, Joggen oder Pilates, um zum individuellen Wohlgefühl beizutragen.

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