Sonnengeflecht – Aufgaben und autogenes Training

Das Sonnengeflecht beeinflusst eine Vielzahl körpereigener Vorgänge. Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, kann sich nicht nur die seelische Lage des Betroffenen, sondern auch dessen körperliche Gesundheit verschlechtern.

Anatomisch gesehen bezeichnet man eine bestimmte Bauchregion im menschlichen Körper als das Sonnengeflecht (oder auch: den Solarplexus), eine Stelle, an der sich besonders viele Nervenfasern sammeln und die infolgedessen sehr empfindlich ist.

In der Lehre von den Energiezentren, der so genannten Chakrenlehre – die beispielsweise auch im Hatha-Yoga auftaucht – wird dem Solarplexus das Nabelchakra (auch: Manipura-Chakra; Manipura = leuchtender Stern) zugeteilt.
Anders als es die Bezeichnung vermuten lässt, befindet sich dieses dritte Chakra aber nicht auf ‚Nabelhöhe’, sondern vielmehr im Sonnengeflecht – weshalb es auch Solarplexus-Chakra genannt wird – und ist damit also etwa in Nähe des Magens gelegen.

Die Aufgaben des Sonnengeflechts sind relativ weit gefächert: Abgesehen davon, dass es energetisch für den gesamten Organismus von großer Bedeutung sein kann, wird ihm eine Beeinflussung des Magens, des Dünndarms, der Leber, der Gallenblase und der Milz nachgesagt. Darüber hinaus kann es laut Chakrenlehre in die Verdauung und das vegetative Nervensystem eingreifen.

Befindet sich die Energie des Solarplexus nicht im Optimalbereich, kann es auf seelischer Ebene u.a. zu einer Missregulation des Antriebs, des Selbstbewusstseins und des Gefühllebens kommen. Emotionale Kälte, Fatalismus oder Unsicherheit sind nur einige Symptome des aus den Fugen geratenen dritten Chakras. Körperliche Probleme können hingegen in Form von Verdauungsbeschwerden und Stoffwechselstörungen auftreten. Mehr zu diesem Thema ist zum Beispiel hier zu finden.

Im Bereich des Autogenen Trainings wird die wichtige Rolle des Solarplexus ebenfalls nicht vernachlässigt. Dementsprechend wird ihm hier eine eigene Übung innerhalb der siebenteiligen Unterstufe zugedacht. Die Durchführung erscheint auf den ersten Blick simpel:

Um diese so genannte Sonnengeflechtsübung – in völlig entspannter Liege- oder Sitzposition – zu absolvieren, konzentriert man sich intensiv auf seine eigene Leibesmitte und stellt sich vor: „Mein Sonnengeflecht wird strömend warm.“
Leider hat aber kaum jemand vom Solarplexus ein wirklich greifbares Bild vor Augen. Deshalb haben viele Anwender Probleme damit, während dieser Übung im Sonnengeflecht ein Wärmegefühl heraufzubeschwören. Einfacher, aber nicht weniger funktional, ist deshalb die leichte Abänderung der Autosuggestion hin zu der weniger abstrakten Formel: „Meine Körpermitte wird strömend warm.“

Die Sonnengeflecht-Übung des Autogenen Trainings soll übrigens für eine bessere Durchblutung des Solarplexus sorgen – und damit noch mehr Tiefenentspannung von innen heraus bewirken.

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