Jugendliche: No risk, no fun

Jugendliche sind teilweise berüchtigt dafür, ständig den Nervenkitzel zu suchen. Oft geschieht dies zum Leidwesen von Eltern und Lehrern. Warum das so ist, haben Forscher jetzt genauer untersucht. Fälle, in denen sich Jugendliche leichtfertig in gefährliche Situationen manövrieren, sind zuhauf bekannt. Drogenmissbrauch oder Unachtsamkeit im Straßenverkehr stehen weit oben auf der Liste der Negativbeispiele. Die Risiken sind bekannt und dennoch perlen Warnungen und Ermahnungen scheinbar von den Jugendlichen ab. "Das liegt nicht daran, dass sie kognitiv nicht in der Lage sind, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Sie wollen schlicht neue Erfahrungen machen und probieren sich aus", erklärt Wouter van den Bos vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Um zu untersuchen, ob das jugendliche Risikoverhalten in erster Linie ein Bestreben nach neuen Erfahrungen ist, haben die Forscher um van den Bos 105 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 8 und 22 Jahren an einer Studie teilnehmen lassen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahre zu einem gewissen Grad ihre eigene Unwissenheit und Ungewissheit über Handlungen und Entscheidungen akzeptieren. Die Forscher sehen hier einen Zusammenhang zur vermeintlich geringen Erfolgsquote von Aufklärungskampagnen, die auf Jugendliche abzielen. "Erfolgversprechender als Informationskampagnen könnte zum Beispiel sein, Jugendlichen die Konsequenzen ihres riskanten Verhaltens in einer virtuellen Umgebung konkret erfahrbar zu machen", kommentiert der Co-Autor der Studie Ralph Hertwig.

Fotocredits: sheddon0 / Pixabay.com / CC0

(dpa)

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