Diagnose per Internet

Junge Frauen bei der DiagnoseDer neuste Trend in vielen Ländern: Online-Diagnosen per Videochat. Nur in Deutschland ist es verboten. Hierzulande darf kein Arzt eine Diagnose stellen, wenn er einen Patienten nicht unmittelbar behandelt hat.







Man kann es sich ungefähr so vorstellen: ein Patient kommt mit Verdacht auf Schlaganfall ins Krankenhaus. Dort steht kein Spezialist zu Verfügung, sodass per Videokonferenz ein Facharzt zugeschaltet wird. Dieser hat den Patienten noch nie gesehen, und kann sich lediglich an den Daten der Voruntersuchung des Patienten orientieren, die der Arzt des Krankenhauses schickt. Es hört sich nach einer Zukunftsidee an, doch solche Online-Diagnosen könnten das Problem des Ärztemangels lösen. Vor allem in ländlichen Regionen wäre per Videochat immer ein Facharzt verfügbar. Doch dafür müsste in Deutschland das Internet vor allem auf dem Land erheblich schneller werden.
Diese Ferndiagnose ist in Deutschland jedoch verboten. Ganz anders ist es in der Schweiz: Dort gibt es sogar einen telefonischen Beratungsdienst mit Ärzten. Die Schweiz steht deshalb in der Kritik. Denn jeder Patient ist anders, wie sollte also eine Ferndiagnose möglich sein? Auch wenn die Schweiz und viele andere Länder diese Art der Diagnose bereits tolerieren, wird es in Deutschland noch dauern, bis solche Dienste erlaubt sind.

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