Von Ägypten nach Griechenland: Badekultur in der Antike

Das antike Ägypten ist für eine, dem Wissen, dem Genuss und der Reinlichkeit zugewendete Elite bekannt.

Wir beginnen den zweiten Teil unserer Zeitreise von der Stadt Mohenjo-Daro aus und verlassen das Industal in Richtung Ägypten. Weiter voranschreitend in der Zeit, reisen wir ins Jahr 1500 v. Chr., wo die Ägypter, wissend um die heilende Wirkung des Wassers (Stichwort Hydrotherapie), die ersten Wasserleitungen aus Kupfer verlegten. Sie lieferten nicht nur kaltes, sondern auch warmes Wasser. Wären wir ein Ägypter gewesen, hätte der Arzt uns wahrscheinlich im Falle bestimmter Krankheiten Bäder, Dampfbäder, Anwendungen mit Meerwasser und sogar Massagen und spezielle Diäten verordnet. Was an dieser Bade- und Waschkultur und ihren medizinischen Grundlagen am meisten fasziniert, ist der Austausch mit anderen Kulturen. So sollen griechische Ärzte und Gelehrte in das Land gekommen sein, um sich das Wissen rund um heilende Wasseranwendungen anzueignen. Der rege Austausch führte dazu, dass auch in griechischen Niederschriften aus der vorchristlichen Zeit Anwendungen mit Meerwasser und ähnliche Verfahren beschrieben wurden.

Wir reisen aber zunächst, in einem Zwischenschritt, noch ein winziges Stück weiter voran in der Zeit: Die Epoche der minoisch-mykenischen Hochkultur (2000 – 1100 v.Chr.) brachte dem griechischem Festland sowie den Inseln eine sehr hoch entwickelte Bäderkultur. In dieser Zeit konnten die Menschen nicht nur das Bad an sich genießen. Man legte so großen Wert darauf, dass man die Badekultur auch architektonisch würdigte. Prächtige Bäder, die man z.B. in Knossos, Mykene und Pylos fand, zeugen noch heute davon. Man wusste auch heiße Quellen zu nutzen und entwickelte Systeme, um ihr Wasser in die Badeanlagen zu führen. Heute kennen wir diese Vorgehensweise noch immer von Thermalbädern aus dem Bereich Medical Wellness überall auf der Welt.

Trotz dieser Funde: Zunächst galt den alten Griechen das Baden im warmen Wasser als Zeichen der Verweichlichung. Mit den Jahrhunderten änderte sich das jedoch zugunsten der wärmeren Temperaturen. Man entdeckte zudem, wohl in Anklang an die, von den Ägyptern erlernte, Heilwirkung des Wassers, dass für spezifische Krankheiten die Temperatur des verwendeten Wasser bedeutsam war. Stellen wir uns vor, wir wären ein Grieche und leben ungefähr um 400 v. Chr. Wir würden beispielsweise bei Fieber eine Anwendung bevorzugen, die wir noch heute kennen und schätzen: Die Wadenwickel mit kaltem Wasser, empfohlen von einem der bekanntesten Ärzte des Altertums, dem Mediziner Hippokrates von Kos (ca. 460 – 370 v. Chr.). Die Griechen kannten außerdem die wohltuende Wirkung des Schwitzens und genossen diese in Dampfbad und Sauna.

Die Zeitreise in die Anfänge der Badekultur geht demnächst weiter. Dann besuchen wir endlich die römischen Badeanlagen und entdecken dabei, warum kein Römer beim Besuch eines öffentlichen Bades kalte Füße bekommen musste.

Quellen: Wikipedia, http://www.guenther-s.de/frame-check.html?http://www.guenther-s.de/badewes/badewesen.html

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