Tierblut in Schokolade – Schluss mit dem Märchen

Vegetarier schlagen Alarm. Angeblich soll Tierblut in bestimmten Schokoladenprodukten als Emulgator verwendet werden. Natürlich muss man der Lebensmittelindustrie zunächst einmal alles zutrauen, man bedenke nur einmal, dass mit BSE verseuchtes Rindfleisch ebenfalls in den Handel gekommen ist oder das jedes Jahr zu Ostern Hühnereier mit irgendetwas belastet sind. Also muss man diese Pressemitteilung erst einmal für bare Münze nehmen. Denn was hat sich nicht schon alles bei der Untersuchung von Lebensmitteln bewahrheitet?

Schönere Farbe durch Tierblut?

Natürlich ist Veganern bekannt, dass Schokolade und Nutella selbstverständlich nicht vegan sind. Die Frage bleibt jetzt, ob es auch nicht vegetarisch ist, d.h., ob Tiere zur Produktion von Schokolade und Nutella tatsächlich ihr Leben lassen mussten. Angeblich ist es so, dass in Nutella Rinderblut sei und in Zartbitterschokolade würde man Spuren von Pferdeblut finden, und zwar als Emulgator. Das Volk ist bestürzt, und zwar völlig zu Recht, denn soll man das jetzt glauben? Es gab schon Fisch in Dosen, der mit Würmern belastet war, Hühnereier, die belastet waren, Rindfleisch, das mit BSE verseucht war und zuletzt Gemüse, das durch den Verzehr zu Krankheiten führen konnte. Des Volkes Ohr ist also offen für solche Meldungen.

Moderne Märchen

Laut einem Mitarbeiter des Lebensmittelchemischen Institutes des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie e.V. in Köln, wird weder in Deutschland noch in der EU Schweine- oder Rinderblut in Schokoladen zu finden sein. Laut ihm sei es eine Aussage von Gegnern der Süßwarenindustrie, die diese Märchen verbreiten, um Schaden anzurichten. Niemals könnte die deutsche Süßwarenindustrie sich überhaupt erst einmal vorstellen, Tierblut in der Süßwarenproduktion zu verwenden, schon alleine deshalb nicht, weil kein Grund besteht, die bisher so erfolgreiche Rezeptur von Schokoladen zu verändern. Der Gesetzgeber verbietet es außerdem, Zusätze wie Rinderblut in Schokoladen zu verwenden. Andererseits, und das ist beunruhigend, müssen Zutaten unter 5% nicht explizit dargelegt werden, es sei denn, es handelt sich um Alkohol. Andererseits gibt es weder Hinweise, und deshalb schon gar keine Beweise, dass diese Tierblute in Schokoladen tatsächlich enthalten sind. Allerdings darf man auch nicht vergessen, dass aus patentrechtlichen Gründen jeder Hersteller von Lebensmitteln so sein Geheimnis hat. Aber für eine Beunruhigung gibt es keine Beweise.

Die Macht der Gerüchte

Letztendlich bleibt also festzuhalten, dass es möglicherweise so sein könnte, dass sich Tierblut in Schokolade befindet in einem Rahmen, der vor dem Gesetzgeber nicht extra ausgewiesen werden braucht. Aber bisher gibt es keinerlei Beweise, nur Gerüchte, die die Bevölkerung wieder einmal stark in Aufruhr versetzt haben. Und das ist verständlich und menschlich, weiß man doch nur allzu gut aus der Vergangenheit, was man schon alles in Lebensmitteln nachgewiesen hat. Allerdings, so lange keine Beweise vorliegen, sollte man seine Nervennahrung weiter genießen, denn man braucht sie zweifelsohne.

Fotoquelle: Thinkstock, 463235321, iStock, Coast-to-Coast

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