Senioren sind Draufgänger

Junge Menschen haben den Ruf, ohne Rücksicht auf Verluste risikofreudig zu handeln. Stattdessen sind es eher ältere Menschen, die durch eine gewisse Kühnheit glänzen, haben jetzt Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung herausgefunden. Die Erkenntnis entstammt einer Studie, bei der zwei Testgruppen, eine mit jüngeren und eine mit älteren Teilnehmern, einen Entscheidungstest absolvierten.

Die zu absolvierenden Aufgaben waren jeweils mit Geldbeträgen gekennzeichnet, die es zu gewinnen beziehungsweise zu verlieren galt. So konnten die Max-Planck-Wissenschaftler die Risikobereitschaft der Teilnehmer ausloten. Die jüngeren Probanden erwiesen sich als vorsichtiger.

"Die älteren Probanden waren optimistischer in der Bewertung möglicher Gewinne und wagten demnach mehr. Zudem bewerteten sie mögliche Gewinne und Verluste gleich, während die jüngeren Probanden stärker darauf fokussiert waren, mögliche Verluste zu vermeiden", erläutert Erstautor Thorsten Pachur. Auf der anderen Seite gelang es der jüngeren Testgruppe häufiger, die objektiv bessere Option zu wählen. Damit ist die Option gemeint, die aus ökonomischer Sicht einen höher erwarteten Gewinn bot. "Die Unterschiede in der Entscheidungsqualität sind auf die Abnahme der fluiden Intelligenz im Alter zurückzuführen, also auf die Abnahme der Fähigkeit, Informationen schnell zu verarbeiten und Probleme zu lösen", sagt Thorsten Pachur.

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