Naturkosmetik – Bestimmungen und Richtlinien

Naturkosmetik erfährt einen Boom. Doch was hat der Verbraucher unter dem Begriff zu verstehen? Ist alles natürlich, wo Natur draufsteht?

Zunächst muss betrachtet werden, was den Unterschied zwischen Naturkosmetik und den herkömmlich Produkten ausmacht. Kosmetika bestehen unter anderem oft aus Emulgatoren, Konservierungsstoffen, Fetten auf Mineralölbasis, Synthetika in aller Form und zu unterschiedlichem Nutzen (Duft, Konservierung, Farben). Eine herkömmliche Gesichtscreme besteht also, ganz einfach ausgedrückt, aus einem künstlichen Cocktail laborerzeugter Inhaltsstoffe. Im Vergleich dazu soll Naturkosmetik in erster Linie aus natürlichen Zutaten bestehen. Das Wort „natürlich“ ist dabei jedoch Definitionssache. Zumindest sollen die Produkte „natürlicher“ sein, als herkömmliche und somit auch schonender für Mensch und Umwelt. Wenn wir über Definitionen sprechen, müssen wir um die damit einhergehenden Komplikationen wissen. Denn einheitlich waren die Anforderungen lange Zeit nicht. Mit wachsender Beliebtheit der Naturkosmetik wurden Forderungen nach mehr Kontrolle und einheitlicher Bestimmung lauter. Unterschiedliche Prüfstellen bemühten sich, den Anforderungen gerecht zu werden.

Wer also daran interessiert ist, wie natürlich die Naturkosmetik ist, und wo Grenzen im Sinne des Verbrauchers (z.B. Einsatz bestimmter Konservierungsstoffe, um Verkeimung zu verhindern) gezogen werden müssen, hat die Möglichkeit, sich über die unterschiedlichen Definitionen zu informieren. Es finden sich Bestimmungen des Europarates von 2000 und Definitionen des Gesundheitsministerium aus den Jahren 1992/93. Darüber hinaus versucht der „Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel“ (BDIH) sich ebenfalls in der Kontrolle. Es wurde ein Label entwickelt, über das man sich hier weitergehend informieren kann. Unter anderem vergibt der BDHI ein Prüfsiegel. Anforderungen sind beispielsweise, dass Naturkosmetika „natürliche Rohstoffe wie pflanzliche Öle, Fette und Wachse, Kräuterextrakte und Blütenwässer, oder ätherische Öle und Aromen aus kontrolliert biologischem Anbau oder Wildsammlung“ enthalten. Wer also sichergehen möchte, dass in der angebotenen Naturkosmetik auch wirklich nur Natur steckt, sollte sich auf dieses Siegel verlassen. Eine andere Möglichkeit bieten unterschiedliche Untersuchungen der Stiftung Warentest.