Masterplan gegen Medikamenten-Engpässe

Für Patienten ist es eine gefährliche, eine lebensgefährliche Situation: Das dringend nötige Medikament ist nicht lieferbar – wegen Engpässen bei der Produktion. Deswegen schlagen jetzt Experten Alarm. Sie fordern einen Masterplan für Präventions-Maßnahmen.

"Derzeit kommt es auf dem deutschen und internationalen Arzneimittelmarkt erneut zu Lieferengpässen bei Antibiotika", so die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA). Betroffen sei unter anderem die hochwirksame Wirkstoffkombination Piperacillin/Tazobactam. Eine Explosion in einer Produktionsstätte in China, in der ein großer Teil des weltweit verfügbaren Wirkstoffs verarbeitet wird, ist der Hauptgrund für den derzeitigen Lieferengpass. Dadurch entstehen Nachteile in der Behandlung bis hin zur akuten Gefährdung des Patienten.

Lieferengpässe bei Antibiotika und anderen lebenswichtigen Arzneimitteln wie Krebs- und Notfalltherapeutika treten laut der Experten immer wieder auf und dauern teils Monate an. Man benötige dringend einen Masterplan, um der Problematik als solcher zu begegnen – und dabei seien vor allem Politik und Industrie gefragt. Als erster wichtiger Schritt biete sich eine verbindliche Meldepflicht bei Lieferengpässen für die Industrie an.

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