Kapalabhati: Mit der Feueratmung entgiften

Kapalabhati, die Feueratmung, ist eine Atemtechnik aus dem Hatha Yoga. Die Übung gehört zu den sechs wichtigsten Kriyas (Sanskrit: „Handlung, Tat“, Übungen zur Reinigung des Körpers) und ist schon in der wohl ältesten Schrift zum Hatha Yoga, der „Hatha Yoga Pradipika“ verzeichnet.

Meistens wird Kapalabhati im Sitzen ausgeführt, entweder im Lotussitz oder in der so genannten Heldenstellung (auf den Unterschenkeln sitzend). Auch wenn sie zunächst einfach aussieht, die Feueratmung ist sehr anstrengend und für Ungeübte ungewohnt. Nach einem tiefem Atemzug durch die Nase wird die Luft durch den halb geöffneten Mund stoßweise ausgeatmet. Während der Ausatmung ist es wichtig, den Bauch kurz einzuziehen. Die Übung wird zwischen 20 und 100 Male wiederholt. Anfänger werden kaum mehr als 20 oder 30 richtig durchgeführte Atemzüge schaffen, die Übung hat es wirklich in sich, fordert die Konzentration auf die Ausatmung und strengt die Bauchmuskulatur an.

Doch die Mühe lohnt sich: In den Kriyas kommt dieser Atemübung die Funktion der Lungenreinigung zu. Die besondere Technik des Ausatmens entgiftet den Körper, trainiert die Lunge, sorgt für eine maximale Sauerstoffzufuhr in allen Organen, fördert die geistige und körperliche Energie und regt die Organe in Bauch und Unterleib an. Die Bauchmuskeln werden natürlich auch trainiert, diese Wirkung ist zunächst am deutlichsten. Einsteiger sollten nach der Feueratmung nicht sofort aufstehen, denn der Kreislauf kann durch die „Hyperventilation“ zu Beginn etwas verwirrt sein. Langfristig wird er jedoch ebenso davon profitieren, wie der Blutdruck und die Organe. Es gibt sogar Yoga-Lehrer, die Kapalabhati als eine gute Übung bei Depressionen ansehen, weil Gifte im Körper ihrer Meinung nach nicht nur den Körper selbst, sondern auch den Geist krank machen.

Die Übung sollte man unbedingt in Verbindung mit anderen Übungen aus der Yoga-Praxis von einem ausgebildeten Lehrer erlernen. Mittlerweile werden Kurse in ganz Deutschland angeboten, wobei man die Wahl zwischen unterschiedlichen Yoga-Richtungen hat. Beispielsweise wird die Übung sowohl im klassischen Hatha Yoga, als auch im Bikram Yoga (auch als Hot Yoga bekannt) gelehrt und durchgeführt.