Ersatzorgane aus dem Labor

Ob und wann Ersatzorgane aus dem Reagenzglas eine alltägliche Praxis werden, steht zwar noch nicht wirklich fest, aber Richtlinien dazu werden jetzt schon geschaffen. Ein kritischer und verantwortungsvoller Umgang mit gezüchteten Organen müsse der oberste Grundsatz sein, so führende Wissenschaftler. In ihrem jetzt im Fachmagazin "Science" veröffentlichten Grundsatzpapier machen der Stammzell-Experte Jürgen Knoblich, der Genetiker Hans Clevers und die Bioethikerin Annelien Bredenoord auf diese ethischen Dimensionen der sogenannten "Organoid-Forschung" aufmerksam.

"Wir hoffen, dass wir mit unserer Arbeit eine solide Basis geschaffen haben, damit in Zukunft auch die politischen Rahmenbedingungen für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dieser neuen Technologie geschaffen werden können", sagt Knoblich. Die Forscher veranstalten passend hierzu am 5. April 2017 ein Symposium zum Thema Bioethik. Die denkbaren Anwendungsbereiche von künstlich geschaffenen Organen und Gewebe sind vielfältig. Zugleich aber ergeben sich auch ethische Fragen, wenn es um den Einsatz von menschlichen embryonalen Stammzellen oder die Anwendung von Gentherapien geht. Ein aktiver Dialog wird dabei helfen, die Rahmenbedingungen und die Transparenz der Forschungsbemühungen zu verbessern.

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