Entspannen mit Schlamm – Fango!

Heiß, schlammig, Fango! Packungen aus warmer mineralischer Vulkanerde gehören zu den beliebtesten Medical-Wellness-Anwendungen. Was bringt der Schlamm?

Das Wort stammt aus dem Italienischen und heißt soviel wie „Schlamm oder Schmutz“. Oft wird der ursprünglichen Bedeutung auch der Begriff „heilend“ zugefügt. Schon die Römer sollen die warme Vulkanerde, versetzt mit Algen oder allerlei Kleinstlebewesen und Thermalwasser, genutzt und geschätzt haben. Die Mikrolebewesen machen dabei den italienischen Schlamm erst zu Fango. Denn bevor der auf die Haut kommt, muss er reifen. Das dauert mindestens zwei Monate und ergibt den sog. organischen Fango.
Anders ist das Prozedere außerhalb Italiens. Hierzulande benutzt man oft den anorganischen Fango. Ihm sind keine Mikroorganismen zugesetzt, die Reifung erübrigt sich demnach auch. Genau wie Italien muss Deutschland aber auch nicht auf bekannte Abbaugebiete verzichten. Das Vulkangestein wird zum Beispiel am Kaiserstuhl abgebaut, gemahlen und mit Wasser versetzt. Der entstandene Schlamm wird dann auf bis zu 50 Grad Celsius erwärmt und fingerdick auf die Haut gestrichen. Damit die Wärme länger hält, wird die Schlammschicht mit Folie oder Tüchern abgedeckt. Nun haben die Wirkstoffe in Verbindung mit der Hitze bis zu 40 Minuten Zeit, in die tieferliegenden Muskelschichten einzudringen. Die Wirkung wird oft durch vorherige Massagen verstärkt.

Wirkung und Anwendugsgebiete
Die Wärme wirkt sich auf die Gefäße aus, die sich infolgedessen erweitern. Außerdem wird der Kreislauf angeregt. Die im italienischen Fango enthaltenen Algen sollen zudem die Endorphinbildung anregen. Diese körpereigene „Droge“ wirkt gegen Schmerzen. Nicht zuletzt deshalb ist Fango ein bewährtes Mittel bei rheumatischen Erkrankungen und allen Arten von Verspannungen. Das zugesetzte Thermalwasser enthält Minerale, die sich besonders positiv auf die Haut auswirken. Sogar Schuppenflechten können so gelindert werden. Es besteht jedoch bei Kreislauferkrankungen, Beschwerden am Herzen und Problemen mit dem Blutdruck ein erhöhtes Risiko. Betroffene sollten in diesen Fällen auf zu starke Hitze, wie sie auch bei Sauna, Hot-Stone und Banja vorkommt, verzichten.