Der Placebo-Effekt bei Schmerzmitteln

Der Artikel thematisiert den Placebo-Effekt bei Schmerzmitteln. Migräne – ein stechender Kopfschmerz, der durch Licht und Lärm noch verschlimmert wird. Wenn ihr selbst darunter leidet, wisst ihr auch, dass in der Regel nur eine Tablette hilft. Das Erstaunliche: Die Pillen helfen auch dann, wenn sie keinerlei Wirkstoff enthalten. Dies ist das Ergebnis einer Studie. Doch können wir uns eine Besserung tatsächlich einbilden?

Ergebnisse der Studie

Der Placebo-Effekt beruht auf der Erwartungshaltung, dass eine Behandlung den Gesundheitszustand verbessern soll. Besonders die Wirkung von Migränemedikamenten wird laut der Studie verstärkt und schwächt gleichzeitig negative Erwartungen. US-Forscher haben mit 66 Patienten die Stärke des Placebo-Effekts im Rahmen der Migränetherapie untersucht. Ein Placebo kann demnach fast ebenso gut wirken wie eine richtige Arznei, wenn der Patient das Medikament für das tatsächliche Schmerzmittel hält. Die Ergebnisse der Studie könnten euch nun in der Praxis helfen: Um die monatliche Dosis an Schmerzmitteln zu senken, könnt ihr stattdessen bewusst zu Placebo-Tabletten greifen, denn die Studie zeigt auch, dass die Schmerzen verschwanden, wenn die Teilnehmer wissentlich Placebos einnahmen. Bedeutet dies das Aus für herkömmliche Schmerzmittel? Nein. Experten wollen nicht auf die moderne Pharmakologie verzichten, sondern den Placebo-Effekt dafür nutzen, um die Wirksamkeit von Medikamenten zu optimieren. Was jedoch bleibt, ist ein Hauch Hoffnung auf ein pillenfreies Leben.


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