Dem Reinigungszwang auf der Spur

Würzburger Forscher haben eine Ursache für Reinigungszwang entdeckt. Scheinbar ist ein fehlendes Protein schuld an der Zwangshandlung. Aus dem Teufelskreis können Betroffene nicht ausbrechen. Eine Angst vor Schmutz und Krankheitserregern treibt sie dazu an, sich immer wieder Hände oder Körper zu waschen.

"Wir haben jetzt an einem Mausmodell nachgewiesen, dass allein ein Fehlen des Proteins SPRED2 ein übersteigertes Sauberkeitsverhalten auslösen kann", erläutert Professor Kai Schuh vom Physiologischen Institut der Universität Würzburg. Dabei handelt es sich um ein Protein, das für gewöhnlich einen Signalweg der Zelle hemmt. Ohne diese Einschränkung kommt es zur überschießenden Reaktion.

Bei Versuchen konnten die Forscher beweisen, dass ein Hemmstoff auftretende Zwangshandlungen verminderte. "Unsere Studie liefert ein wertvolles neues Modell, mit dem sich die Krankheitsmechanismen untersuchen und neue Therapiemöglichkeiten bei Zwangserkrankungen erproben lassen", sagt Professor Schuh.

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