Entspannung kostet! In den meisten Fällen sind wir auch bereit, dafür angemessen zu zahlen. Eine Massage nach dem stressigen Arbeitstag oder einen Wellness-Urlaub gönnt man sich ab und an. Aber nicht immer sitzt das liebe Geld locker…
Was kommt in diesem Fall gelegener, als kostenlos zu entspannen. Ja! Völlig ohne zu bezahlen. Gibt es nicht? Gibt es doch! Das Online-Kaufhaus “libri” bietet derzeit einige kostenlose Hörbücher zum Download an. Neben Krimis und Kinderhörbüchern finden wir an dieser Stelle auch “Die Übung des goldenen Lichts”. Schon der Titel klingt besänftigend und entspannend. Ein Druck auf den Download-Button und die etwa 30-minütige Übung wird auf dem PC gespeichert.
Doch was verbirgt sich hinter dem Titel?
Ich teste ja gern und war total gespannt auf die, als Hypno-Audio angepriesene, CD. Pilatesmatte auf dem Boden ausgebreitet und “Play”! Das beginnt ja schon ganz gut, dachte ich, als ich die Einleitungssequenz beruhigender Musik hörte. Mit geschlossenen Augen folgte ich nun den Instruktionen des Sprechers. Zugegeben, als der plötzlich auf meiner neuen CD erschien, wollte ich “STOP” drücken, denn seine Stimme und besonders die Art zu sprechen ist, nunja, gewöhnungsbedürftig. Aber im Auftrag der Entspannung versuchte ich mich dann auf seine deplatzierten Betonungen und laaaaaaang gezogenen Vokale einzulassen. Siehe da, es funktionierte. Die Übung erinnert mich etwas an Meditation, hat aber Elemente des autogenen Trainings. Wie sie endet, kann ich nicht sagen, denn irgendwann schlief ich ein…
Wer “Die Übung des goldenen Lichts” bis zu Ende hören möchte, kommt direkt hier zum Download.
Afrikanische Wellness setzt auf einheimische, hierzulande exotische, Öle und Inhaltstoffe und verspricht einen seelischen Kurzurlaub während der Wellnessbehandlung.
Wer abgestorbene Hautschüppchen loswerden möchte, macht auch in afrikanisch angehauchten Wellnessanwendungen ein Peeling:
Das Sugua-Peeling besteht aus seltenen schwarzen Diamanten, Büffelmilch und Marulaöl. Es wird auf den gesamten Körper aufgetragen und einmassiert. Die Büffelmilch sorgt mit ihrem sehr hohen Fettgehalt (doppelt so hoch wie in Kuhmilch) für zarte Haut. Darüber hinaus enthält sie sehr viel Kalzium, Eisen und Phosphor. Vitamin A, auch als Retinol bekannt, sorgt für die Tiefenpflege: Das Vitamin ist für die Regeneration der Haut wichtig und kann darüber hinaus DNA-Schäden vorbeugen oder reparieren. Die normale Funktion der Haut wird angeregt und wiederhergestellt. Marula ist ein Baum, der in Afrika vorkommt. Er wird auch Elefantenbaum genannt, weil die Dickhäuter seine Früchte zum Fressen gern haben. Das Marulaöl wird aus den Samen im Kern der gelben Früchte gewonnen. Es pflegt die Haut besonders zart. Übrigens wird der bekannte Amarulalikör auch aus den Erträgen des Baumes hergestellt.
Zur Tiefenentspannung hält die afrikanische Wellness heiße Lavasteine bereit, mit denen zunächst massiert wird. Dann folgt eine Liegephase mit erwärmten Steinen entlang der Wirbelsäule. Diese Hot-Stone-Massage dient der Tiefenwärme in den Muskeln und entspannt.
Afrikanische Wellness gibt es übrigens nicht nur im Spa. Mittlerweile kann man die Produkte auch für zu Hause erwerben. Billig sind die jedoch nicht: 200 Milliliter Diamantpeeling kosten um die 70 Euro. Die selbe Menge Büffelmilchbad ist schon für circa 50 Euro zu haben.
Jedes Land kennt eine eigene Art, sich vom Alltagsstress zu erholen. In Russland schwört man auf die Banjas.
Banjas, so nennt man die russischen Badehäuser, die der Sauna ähnlich sind. Männer und Frauen genießen hier, streng getrennt voneinander, Dämpfe mit Temperaturen von bis zu 120 Grad Celsius. Die zugesetzten Aromen entspannen zusätzlich. Während der Holzofen die oft kleinen Hütten beheizt, werden Aufgüsse auf die heißen Steine gegossen. Es muss nicht immer Wasser sein, dass die Luftfeuchtigkeit dabei erhöht. Ganz traditionell gehören auch Wodka und Bier zu den Flüssigkeiten, die für Entspannung und Wohlbefinden sorgen. Während die Dämpfe auf den Körper wirken und die Haut pflegen, sorgen die Teilnehmer untereinander für eine weitere medizinische Wirkung: Das Auspeitschen mit Birkenwedeln ist wie eine Massage. Es regt die Durchblutung an und sorgt für ein schönes Hautbild und einen belebenden Effekt. Die so genannten “Weniks” werden vorher in Wasser eingeweicht. So entsteht ein typischer Geruch und zugleich ein neuer Aufguss, mit den ätherischen Ölen der Birke.
Während des Besuchs in der Banja pflegt man gleichzeitig Kontakte. Man kann aber auch einfach die Ruhe genießen und die eigene Mitte wiederfinden. Neben der entspannenden Wirkung auf Muskeln und Haut relaxt man hier also fast ganzheitlich. In den Metropolen des Landes haben sich mittlerweile auch große, luxuriöse Banjas etabliert. In ländlichen Gegenden findet man aber immer noch die traditionellen kleinen Hütten, die aus einfachen Mitteln gebaut sind.
Farben haben eine starke Symbolkraft und wecken Assoziationen hervor, die mit dem kulturellen und geschichtlichen Wissen der Generationen vererbt werden. Aufgrund dieser Eigenschaften werden Farben auch im Wellnessbereich angewendet.
Seit der Mensch die Bildende Kunst für sich entdeckt hat, verwendet er Farben. Damit einher geht die symbolische Bedeutung, die den einzelnen Tönen zugeschrieben wird. Man denke nur an Rot als Signalfarbe, die oft mit Gefahr und Blut assoziiert wird. J.W. von Goethe beschäftigte seinerzeit die Wirkung der Farben auf das Gemüt. Dabei stellte er die These auf, dass jede Farbe einer Eigenschaft zuzuordnen ist. So steht Rot (er bezeichnete es als Purpur, das mit Karminrot zu vergleichen ist) für Phantasie, Grün symbolisiert Sinnlichkeit, Gelb ist nach Goethe die Farbe der Vernunft und Blau die des Verstandes. Heute kann man nahezu jeder Farbe eine Wirkung auf das menschliche Seelenleben zuordnen. Erklärt wird dies mit den physikalischen Gesetzen der Farbentstehung und -wahrnehmung. Die Schwingungen werden, ähnlich wie die der Musik, vom ganzen Körper wahrgenommen. Je nach Eigenschaft - kalt oder warm - hat dies unterschiedliche Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Diese Erkenntnisse werden zunehmend nicht nur für Massageanwendungen und in Saunen genutzt, um die Entspannung auf den Punkt zu bringen. Auch neuere Entwicklungen wie beispielsweise das Floating bedienen sich der Kraft der Farben, um Effekte zu verstärken.
Die Vielfalt der Wellness-Angebote bietet ja mittlerweile für jeden Geschmack das Richtige. Wer die traditionelle Sauna zu schnöde findet, kann es mit einem Besuch in einer Solegrotte versuchen.
Der Begriff Sole kommt aus dem Spätmittelhochdeutschen. Er leitet sich von “sul” oder “sol” ab und bedeutet soviel wie Salzbrühe. Die Gesundheits-Industrie kennt unzählige Anwendungsmöglichkeiten dieser Lösung aus Salz und Wasser und auch auf dem Wellness-Sektor hat sich die heilende wie entspannende Eigenschaft des Minerals herumgesprochen. In einer Solegrotte herrscht maximale Luftfeuchtigkeit, bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius. Die positive Wirkung der Sole weist Parrallelen zur medizinischen Wirkung der klassischen Sauna auf. Die Auswirkungen auf die oberen Atemwege, die Entschlackung, und die Durchblutung des Körpers werden durch eine Form der Vernebelung kleinster Solepartikel verstärkt. Daneben wird der Besuch der Solegrotte auch Menschen mit Neurodermitis, Ekzemen, Rheuma, Schlafstörungen und Kreislaufstörungen empfohlen.
Die niedrigere Temperatur erlaubt eine ausgedehnte Sitzung von circa 20 Minuten, in der man sich entspannt und die Minerale auf sich wirken lassen kann. Da Musik ebenfalls dafür bekannt ist, die Ruhe und Ausgeglichenheit zu fördern, setzen die Betreiber solcher Einrichtungen sie ein, um die Anwendung abzurunden. Ein ganzheitlicher Effekt auf Körper und Geist ist die Folge. Bei einem Besuch sollte man sich vorher kurz abduschen und in der Kabine eine liegende Position vorziehen.
Yoga ist eine ganzheitliche Entspannungstechnik. Meiner Meinung nach ähnelt es in den Bewegungen etwas dem Pilates, obwohl Yoga die Entspannung von Körper und Seele noch stärker in den Mittelpunkt rückt.
Eine ganz gute Übung, um Verspannungen zu lösen heißt “Der Fisch” (Matsyasana). Dazu legt man sich auf den Rücken und streckt die (geschlossenen) Beine lang aus. Die Hände werden in den Bereich der Lendenwirbelsäule geschoben. Um die Übung auszuführen bildet nun der Brustkorb eine Brücke, indem die Ellbogen ihn stützen. Der Kopf bleibt im oberen Bereich mit dem Boden verhaftet und vollendet die Wölbung des Oberkörpers. Ganz wichtig ist dabei die Atmung.
Die Frucht der Kakaopflanze ist der Grundstoff für Schokolade. Die Bohne enthält wichtige Inhaltstoffe wie Theobromin, Koffein, Anandamid und Salsolinol. Theobromin hat eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem und sorgt für den bekannten stimmungsverbessernden Effekt beim Verzehr. Naschkatzen können diese Wirkung bestätigen.
Doch der Kakao wirkt nicht nur von Innen. Eine duftende Schokoladenmassage ist stimmungsaufhellend und hautpflegend zugleich. Welcher Inhaltsstoff für die Endorphin-Ausschüttung verantwortlich ist, haben Wissenschaftler schon vor längerer Zeit herausgefunden. Relativ neu ist dagegen die Entdeckung des Stoffes “CocoHeal” im Jahre 2005 durch Experten der Universität Münster. Dieser Bestandteil der Kakaobohne hat eine besonders positive Wirkung auf die Haut. Er unterstützt beispielsweise die Wundheilung, indem das Wachstum neuer Hautzellen angeregt wird. Falten sollen mit Hilfe von “CocoHeal” verringert, Schäden der Haut therapiert werden.
Daneben ist auch die Kakaobutter für die Pflege von Außen verantwortlich. Sie spendet Feuchtigkeit und soll sogar einen Anti-Aging Effekt haben. Das in der Butter enthaltene Tannin sorgt für einen Slimming-Effekt.
Die eigens für Massagen hergestellte Schokoladenmasse wird warm und zähflüssig auf die Haut aufgetragen.
Der Duft vermittelt eine Wohlfühlatmosphäre und hält auch nach der Behandlung an. Wenn vorher ein Körperpeeling durchgeführt wird, können die Inhaltsstoffe besser in die Haut eindringen. Nach der eigentlichen Massage sorgt eine Einwirkzeit von etwa 20 Minuten dafür, dass die Haut alle wohltuenden Substanzen ganz aufnehmem kann. Gleichzeitig kann man sich optimal entspannen. Duft und Wärme sorgen für den ultimativen Wellness-Faktor. Danach wird die Schokolade abgeduscht. Die euphorisierende Wirkung auf die Seele bleibt jedoch auch nach der Massage, genauso wie der angenehme Geruch auf der Haut. Mindestens bis zur nächsten Dusche.
Diese Form der Tiefenentspannung soll ganzheitliche Harmonie fördern und das Urvertrauen wecken. Das liest sich im ersten Moment wahrlich eigenartig, aber es gehört schon eine Menge Vertrauen zu einer Sitzung. Dieses wird zwischen Therapeuten und Behandeltem Schritt für Schritt aufgebaut.
Aqua Wellness findet in Wasser mit Körpertemperatur statt. Leise Musik fördert die Entspannung, auch Lichteffekte können dazu beitragen. Zu Beginn der Anwendung geht es darum, das Wasser und seine Wirkung zu spüren. Dafür werden Schwimmhilfen verwendet, die den Körper tragen. Der Behandelte liegt also auf dem Wasser und lässt sich treiben. Dann übernimmt der Therapeut die stützende Funktion. Man schwebt, von fremden Armen getragen. Der Körper wird durch leichte Übungen gedehnt und unter Wasser massiert. Verschiedene Positionen vertiefen die entspannende Wirkung. Schon hier überlässt man sich ganz der Durchführung. Gedanken werden einfach losgelassen, der Bewegung des Körpers im Wasser gilt jegliche Aufmerksamkeit.
Bis zu dieser Phase sollte ein Vertrauenverhältnis aufgebaut sein. Es wird dadurch unterstützt, dass der Therapeut sich voll und ganz auf den Atemrhythmus des Behandelten einstellt. Nun beginnt die Phase, von der Experten sagen, sie wecke das Urvertrauen und führe sogar in die embryonale Phase zurück. Damit soll wohl anklingen, dass man jegliche
Verantwortung völlig an den Therapeuten abgibt. Dieser bewegt den Behandelten nun nämlich in verschieden Positionen, auch unter Wasser, wo man einige Sekunden verweilt. Nun erschließt sich umso mehr die essentielle Bedeutung der Anpassung an den Atemrhythmus. Was der Einzelne bei diesen Unterwasser-Sequenzen fühlt, sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass während einer professionell durchgeführten Aqua Wellness-Anwendung eine Entspannung herbeigeführt wird, die bis zu einer Meditation führt. Auch die Auswirkungen auf die körperliche Bewegungsfähigkeit sind enorm. Denn das Dehnen und Bewegen der Gelenke unter Wasser macht Gelenkpositionen möglich, die über Wasser undenkbar wären.
Verbunden mit den Atemübungen und der Anregung des Energieflusses bewirkt Aqua Wellness eine ganzheitliche Entspannung, die zwar eher kurzfristig ist, sich jedoch mit anderen, häufiger durchgeführten und langfristigen Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenem Training oder Meditation verbinden lässt.
Wer sich nicht näher mit der Meditation beschäftigt wird annehmen, dass es nur eine Form dieser Entspannungstechnik gibt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Meditation ist in vielen Kulturen der Welt eine religiöse Praxis, die ganz natürlich zum Leben gehört. In den östlichen Ursprungsländern soll die Meditation eine innere Ruhe herbeiführen, gepaart mit einer Art Bewusstseinserweiterung, die Gedanken auflöst und den Meditierenden frei von ihnen macht. Die Lehre ist darüber hinaus verbunden mit Gewaltfreiheit und, wenn sie aus religiösen Beweggründen praktiziert wird, mit dem Versuch einer göttlichen Erfahrung. In Europa wird Meditation vornehmlich zu therapeutischen Zwecken und zur positiven Unterstützung des Allgemeinbefindens ausgeübt.
Die ganzheitliche Entspannungstechnik wird grob in zwei Formen gegliedert. Die passive Meditation ist die wohl bekannteste. Hier geht es vor allem um Ruhe, tiefe Entspannung, aber auch um Einsicht und Achtsamkeit. Der Begriff “aktive Meditation” ist in Europa wohl weniger bekannt, doch die Inhalte sollten es umso mehr sein. So gehören zu der aktiven Form Yoga, verschiedene Kampfkünste und auch die Geh-Meditation sowie Tanz und Musik. Tanz ist wohl die bewegteste Art, in körperlichen und geistigen Einklang zu kommen. Dabei ist tanzen als Meditationsform nicht neu, sondern sehr traditionell. Die Derwisch-Tänze oder die Bewegungsarten, die mit der islamischen Mystik verbunden sind, sind ein gutes Beispiel. Die musikalische Meditation verwendet Rhythmus und Känge als Einstieg in die Meditationsphase. Auch das Aufsagen eines Mantras gehört dazu.
Die körperlichen Auswirkungen der Entspannungstechnik sind wissenschaftlich nachgewiesen. Meditation verlangsamt den Herzschlag. Gleichzeitig kommt es zu einer tieferen Atmung. Verspannungen der Muskeln werden reduziert. Um alle positiven Auswirkungen in ihrer vollen Reichweite wahrzunehmen, muss diese Entspannungstechnik jedoch regelmäßig durchgeführt werden. Am besten sollte ein Kurs besucht werden, um die grundlegenden Techniken zu erlernen. Einige Krankenkassen übernehmen die Gebühr für Entspannungstechniken oder fördern Kurse durch Zuschüsse.
Autogenes Training ist, neben Yoga, Progressiver Muskelentspannung, Meditation und Atementspannung, eine ganzheitliche Entspannungstechnik zur Selbstentspannung, die auf Auto-Suggestion beruht. Ähnlich wie während einer Hypnose-Sitzung erlangt man einen Zustand der Trance. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass man diese Form der Entspannung selbst herbeiführt. Erfunden wurde das Verfahren in den 1920-er Jahren von dem Nervenarzt J.H. Schultz. Während der Behandlung seiner Patienten mit Hypnose hatte er Beobachtungen durchgeführt und diese systematisiert.
Autogenes Training kann jeder in Kursen über wenige Wochen erlernen. Die im Kurs vermittelten Inhalte, sollten zwei- bis dreimal täglich geübt werden, bis der Körper auf die Suggestion reagiert. Das autogene Training besteht aus einer Grund- und einer Oberstufe. Beide sind mit etwas Ehrgeiz und der richtigen Anleitung relativ gut zu erlernen.
Die Grundstufe beinhaltet zunächst Übungen zur Wahrnehmung von Schwere, Atmung und Wärme. Praktisch heißt das also: der Lernende stellt sich vor, dass bestimmte Körperteile ganz schwer bzw. warm werden. Dafür benutzt er eigene Sätze. Das Gleiche gilt für die Atemübungen. Hier könnte der Satz beispielsweise “Mein Atem ist ganz ruhig.” heißen. Um die Schwierigkeit zu erhöhen, kann man in dieser Stufe Bauch-, Herz- und Stirnübungen machen. Bei der Bauchübung wendet man die Erkenntnisse aus der Wärmeübung an: die Konzentration wird auf den Oberbauch gelenkt und die Wärme dorthin geleitet. Durch die Herzübung kann man den Schlag des Herzens verlangsamen und beruhigen. Der Satz für die Stirnübung könnte lauten: “Mein Kopf ist leicht”. Die Sätze werden aber nicht ausgesprochen, sondern nur gedacht. Auch der Kursleiter darf während der Übungen keine Sätze zur Entspannung äußern. Es würde sonst die Gefahr bestehen, dass eine Hypnose stattfindet. In diesem Fall könnte sich der Lernende später nicht selbst in Trance versetzen.
Beherrscht man diese Grundtechniken, kann man sich in der Oberstufe mit selbst gewählten Vorstellungen entspannen. Das können Bilder oder Situationen sein. In der praktischen Ausführung bedeutet dies, dass man eine Situation so wie in der Realität erleben kann. Dabei gelangen sehr Geübte dann durch den Zustand der in der Grundstufe geübten Entspannung zu neuen Problemlösungs-Strategien.
Autogenes Training findet aber nicht nur bei Entspannung und Stress Anwendung.
Durch die Übungen kann man laut medizininfo.de sogar Herz-Kreislauf-Beschwerden, Hypertonie, Magenkrankheiten, Schlafstörungen, Hyperaktivität, Asthma, Schmerzen im Allgemeinen und im Besonderen (z.B. Migräne) und innere Unruhe bekämpfen.
Es gibt aber auch Krankheiten, bei denen sich die Meinungen über die Wirksamkeit der Autosuggestion spalten. Dazu gehören grob gefasst alle psychosomatischen Beschwerden, Angstzustände und auch mittlere bis schwere Depressionen. Einige psychanalytische Studien heben die Wirksamkeit bei den genannten Störungen hervor. In gegenläufigen Ansichten wird Autogenes Training in diesem Fall abgelehnt, da es im Grunde ja auf einem Rückzug von der Außenwelt basiert, der in diesem Fall kontraproduktiv wäre und verschlimmern statt heilen würde. Wer die Welt der Autosuggestion erleben möchte sollte sich bei seiner Krankenkasse informieren. Einige Kassen bezahlen die Kurse!