Nachdem ich gestern von meinen, eher negativen Eindrücken der Wellness Plus berichtet habe, geht der Report jetzt in die zweite Runde. Es geht um Gedanken zur Zielgruppe. Außerdem gab es tatsächlich auch Stände, die mich beeindruckt haben. Nur (leider) gehörten die nicht zur Wellness-Messe, sondern zur Grünen Woche.
Die Menschen, die die Wellness Plus ansprechen will, sind der Internetseite zufolge “alle”. Das heißt, mehr oder minder soll jeder, der sich irgendwie im weitesten Sinne für das Thema interessiert, auf seine Kosten kommen. Der Versuch diese Brücke zwischen sämtlichen Generationen zu schlagen, war zweifellos da. Allein, die Umsetzung war mangelhaft.
Was ist der Grund? Ich nahm zuerst an, es fehle an wirklicher Zielgruppenplanung, die mit einer gewissen Prise Halbherzigkeit gewürzt war. Denn ja, natürlich wurden alle Altersgruppen angesprochen: Da gab es für Kinder und Jugendliche den einen oder anderen Sportverein, außerdem für Technikinteressierte die Möglichkeit, eine kleine Hand-Konsole zu testen, auf der man einen Augentest machen konnte und die Vorstellung einer großen Spielekonsole, die dazu animiert, sich beim Computerspiel zu bewegen. Sport gehört zu Wellness, das ist keine Frage. Aber gerade diese “Spielecke” kam mir, auch wenn sie mein Herz sehr erfreute, wie eine große Sammelstelle für junge Menschen vor. Während die Mutti mit der Oma die (teuren) Messeartikel bewundert, darf Papa mit dem Nachwuchs eine Runde spielen.
Zunächst dachte ich, mein zutiefts subjektiver Eindruck sei nur durch die Atmosphäre entstanden. Also die eher älteren und/oder betuchteren Mitbesucher um mich herum. Nachdem ich die Situation analysiert habe, komme ich zu dem Schluss: Gerade aufgrund des Altersdurchschnittes des Grüne Woche Besuchers, der ja die Eintrittskarte für die Wellness Plus ganz nebenbei erhält (es wird übrigens erst im nächsten Jahr eine separate Eintrittskarte geben, nicht wie angekündigt, schon 2008), sind die Messestücke, wie sie sind: für denjenigen ausgelegt, der auch etwas tiefer in die Tasche greifen kann und dies für ein Stück Luxus-Wellness auch durchaus möchten. Auf die Idee kam ich, weil ich ja schon im Eingangsbereich das Publikum analysiert hatte und dies auch fortführen konnte, während ich mich durch die Messehallen drängelte. Da trifft man zuvorderst Gruppen älterer Leute, dann Schulklassen. Letztere findet man später in kleineren Grüppchen, undzwar dort, wo Bier und ähnliches ausgeschenkt wird. Die älteren Leute sind die wirklich interessierten Besucher. Sie verweilen hier und da, um Lebensmittel zu bestaunen und sich den einen oder anderen Likör zu gönnen. Dann habe ich unter den Menschen noch vereinzelt Paare entdeckt, deren Gesichtsausdruck (anfangs semi-interessiert), spätestens ab Halle 12 zu angewidert/gestresst mutierte. Ich kann es verstehen.
Angesichts dieser Zusammensetzung, kann man auch das Angebot der Wellness-Messe nachvollziehen. Geld verdient man nuneinmal nur, wenn man, möglichst teure Produkte, an den Mann oder die Frau bringt. Teure Dinge können sich nur Wenige leisten. Studenten wie ich gehören augenscheinlich nicht dazu. Mir bleibt wohl nur, die billigen Angebote im Wellnessbereich wahrzunehmen. Baden zum Beispiel, leider habe ich aber nur eine Dusche. Muss ich jetzt auf Entspannung verzichten, bis ich gut verdiene? Glücklicherweise nicht, denn Wellness kann man auch in klein machen: Kopfmassierer, Do-it-yourself-Peeling und selbstangerührter Gesichtsmaske sei dank.
Doch zum Abschluss noch einen positiven Eindruck der Messe. Es soll ja nicht alles schlecht gewesen sein. Da gab es den Stand eines bekannten Lebensmittelproduzenten. Hier konnte man, bei Kaffee oder Wasser, eine kostenlose Ernährungsberatung erhalten. Die Ärztin, die mich beriet, konnte mir zwar im Großen und Ganzen nicht soviel Neues berichten, aber für Menschen, die sich noch nicht im Detail mit Ernährungszusammensetzung und Co. beschäftigt haben, ein wirklich nützliches Angebot, das man sonst bezahlen muss. Hier bekam man sogar noch einige nette Werbegeschenke. Positiv ist mir auch die Bio-Halle aufgefallen. Nicht zu eng aufgebaut, viele Kostpröbchen, eine Kochshow und insgesamt einfach sehr informativ und angenehm.
Wer also den Drang verspürt, noch schnell die Grüne Woche zu besuchen, sollte sich im Bereich “Ernährung” etwas länger aufhalten und es anderen Menschen überlassen, sich durch die engen Hallen zu drängen.
Die Wellness Plus hat begonnen. “Toll!”, dachte ich. Da ich noch nie auf einer Messe war und meinen Horizont erweitern wollte, ging ich gestern hin. Nur soviel vorweg: Mein Horizont ist erweitert. Aber irgendwie anders, als gedacht…
Was ich als Neuling in Sachen Messebesuch gelernt habe:
Lektion 1: Schlange stehen erhöht die Vorfreude.
Man muss schon vollkommen überzeugt von so einem Messebesuch sein, wenn man in das Foyer des Eingangs “Süd” schlendert. Mehrere Kassen, nicht enden wollende Warteschlangen. Da ist Geduld gefragt, die habe (hatte) ich zweifellos, was mich dazu brachte, locker zu bleiben und die Zeit des Wartens sinnvoll zu nutzen: Analyse des restlichen Publikums! Schulklassen, ältere Ehepaare und ganze Seniorengruppen, vereinzelt einige Familien mit Kindern. Gut, wer soll auch sonst Zeit und Muße finden, an einem Mittwochmorgen die Grüne Woche zu besuchen. Die Wartezeit ging dank der motivierten Kassierer schnell vorbei, ich erstand meine Eintrittskarte und ging, bewaffnet mit vielen Erwartungen, Zettel, Stift und Spannung in die Halle 2.1.
Lektion 2: Nett kommt vor Verkaufen!
Eingetreten in den Raum der Begierde verschaffte ich mir einen groben Überblick über die Messestände und schlenderte durch die Halle. Eine nette Mitarbeiterin sprach mich an und drückte mir einen Flyer in die Hand. Ich könne meine Haare entfernen lassen, dauerhaft, das wäre ganz praktisch und sie könne mir auch einen Gutschein ausstellen. Überwältigt von dem Redeschwall fragte ich zögerlich nach den Kosten. Ach, das ginge so ab 50 Euro los. Natürlich bräuchte man schon ein paar Sitzungen, bis auch das letzte Haar dank der innovativen und einzigartigen Technik verödet wäre. Sie war so nett, deswegen wollte ich nicht unfreundlich sein und stellte noch ein paar semi-interessierte Fragen. Das Gerät beäugte ich dabei aus dem Augenwinkel. Es sah aus wie eine teure Mülltonne mit einem Display. An der Seite hing etwas, dass eine auffällige Ähnlichkeit mit meinem Handstaubsauger zu Hause hat. Nun gut, wenn´s schön macht.
Einige Stände später nahm mich eine weitere Vertreterin ins Visier. Sie hielt mir einen Würfel Zucker hin, darauf träufelte sie ein Öl. Ich sollte ihn mir in den Mund stecken. Weil ich abenteuerlustig bin tat ich, wie mir geheißen. Dann begann die nette Frau damit, mir die Vorteile dieses Öles vorzutragen. Weil ein bestimmter Stoff (war es Menthol??) nicht drin ist, riecht das Zeug gut, nicht so scharf wie vergleichbare Produkte. Während sie redete war ich nur damit beschäftigt, den Würfelzucker irgendwie in meinem Mund kleinzukriegen. Das Ding wollte sich einfach nicht auflösen. Kauen kam gar nicht in Frage, es gibt für mich nichts schlimmeres, als auf purem Zucker herumzubeißen. Nachdem ich die Prüfung gemeistert hatte und endlich auch einmal etwas sagen wollte, sah sie mich mich an: “Haben Sie Schnupfen?” Ich entgegnete etwas zögerlich: “Naja, eine Allergie.” Sogleich schlug sie mir vor, das Öl doch unter die Nase zu reiben. Ich tat es und hatte noch lange etwas davon: Als ich später die Halle verließ, brannte das Teufelszeug immer noch. Aber ich konnte wenigstens einige Fragen loswerden, die alle zu meiner vollsten Unzufriedenheit beantwortet wurden. Einen Flyer gäbe es nicht, einen Internetauftritt ebensowenig. Dafür hätte man keine Zeit. Ich verzichtete auf die Frage nach den Kosten.
Lektion 3: Umsonst heißt zugreifen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Die Grüne Woche ist bekannt dafür, dass man einige Köstlichkeiten probieren kann. Das hatte ich zumindest gehört und extra nicht gefrühstückt. Beim erneuten Herumschlendern, mit brennender Nase und sinkender Euphorie, sprach mich ein Mann an: “Hier schauen Sie, Sie können dort unseren Joghurt probieren.” Vielleicht sah ich wirklich etwas hungrig aus. Ich näherte mich dem Stand, doch ich war nicht allein. Eine Seniorengruppe hatte die Gratisproben schon vor mir entdeckt. Sofort umzingelten sie die junge Frau, die für das Nachfüllen verantwortlich war. Ich streite ungern um mein Essen, besonders nicht um schnöden Joghurt. Also ließ ich die Leute zurück. Sie waren scheinbar hungriger als ich. Es gab ja noch soviel zu entdecken: Wellness-Reisen, Sportvereine und Luxusduschzusätze zum Beispiel.
Fazit
Die Messe zeigt viele, meist sehr kostspielige Dinge. Der Gesundheitsparcour war ständig belegt. Auf eine Schnuppermassage vor den Augen einer Reisegruppe habe ich verzichtet. Was mich aber, abgesehen von dem finanziellen Faktor sehr enttäuscht hat, waren die unzähligen Produkte, die ich schon kannte. Der Kopfmassierer, ein alter Hut. Massagesessel und -matratzen kann man auf jeder Butterfahrt erstehen. Nordic-Walking kennt man mittlerweile auch im letzten Winkel Deutschlands und Ägyptische Erde sah schon Anfang der 90-ger aus, als hätte man sein Antlitz gerade in purem Selbstbräuner gebadet, aber den Rest des Körpers dabei glatt vergessen. Außerdem gab es viele Sachen, die die Welt nicht braucht: Noch eine Sauna-Schwitzkabine (als wäre die Sauna gestern erfunden worden) und Lippenstifte, die beim Auftragen erst in ihre endgültige Farbe wechseln, Duftholz, dass mir schon im Vorbeigehen Kopfschmerzen bescherte und vieles mehr. Einige Highlights waren wohl dabei, das will ich der Messe gar nicht absprechen. Aber ob sich der kombinierte Eintrittpreis von 12 Euro für Normalsterbliche wirklich lohnt, ist mehr als fraglich.
In diesem Jahr geht die “Wellness Plus” in die zweite Runde. Die Messe für alles rund um das Thema Wellness findet vom 23. bis zum 27. Januar in Berlin statt.
Nicht ohne Grund liegt der Termin parallel zur zweiten Hälfte der “Internationalen Grünen Woche”. Die Veranstalter erhoffen sich durch zeitliche und örtliche Nähe – die Messe siedelt sich ebenfalls auf dem weitläufigen Messegelände in Berlin an – eine erhöhte Medienpräsenz und natürlich einen durchgängigen Besucherstrom. Der Ort des Geschehens, die Halle 2.1 liegt direkt neben der, zur “IGW” gehörenden, “Heim – Tier & Pflanze-Messe”. Interessierte können zwischen dem einfachen Ticket wählen, das ausschließlich für die “Wellness Plus” gilt und für sechs Euro zu haben ist, es wird aber auch ein Kombiticket angeboten, dass Zugang zu allen drei Veranstaltungen für einen Tag gewährt und zwölf Euro kostet (Ermäßigungen sind möglich).
Als wäre das nicht schon Trubel genug, findet am 23. und 24. Januar auch noch parallel der Medical Wellness-Kongress statt. Die Themenschwerpunkte der Messe sind laut Presseservice der Homepage Ernährung, Reisen, Fitness, Beauty und Spa. Rundherum gibt es Rahmenprogramme und einen “Gesundheits-Parcours”. Hier können die Besucher nicht nur Informationen über die verschiedensten Themen einholen, sie können sich auch einigen Tests und Untersuchen unterziehen. Dazu gehören beispielsweise Muskel- und Lungenfunktionscheck, “Schnupper”-Massagen, zahnärztliche Untersuchungen mit Erstellung eines Kostenplanes für die Krankenkassen, ein Fitness-Test, und ein so genannter “Innenwelt-Check”, der Aufschluss über persönliche Gesundheitsblockaden und mögliche Hindernisse für Glück und Erfolg geben soll. Die Messe selbst stellt wieder mannigfaltige Produkte und Dienstleistungen zum Thema vor. Dieses Jahr gehören auch alternative Heilmethoden dazu. Man sieht sich als Allround-Informant für alles, was irgendwie mit den Schlagworten “Wohlbefinden”, “Gesundheit” und “Entspannung” zu tun hat. Erleben können die Besucher die verschiedenen Messestände täglich von 10 bis 19 Uhr. Nähere Infos, Anreisepläne und vieles mehr gibt es auf der Homepage zum Nachlesen und downloaden.
Die Sauna ist unter Wellness-Anhängern nicht nur wegen ihrer positiven Wirkung auf das allgemeine Wohlbefinden beliebt. Neben der Entspannung bietet sie gleichsam Aspekte, die sich positiv auf die Gesundheit des Körpers auswirken. Das wiederum fördert das Wohlbefinden noch stärker, denn – wie sagt man so schön – in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist!
Allgemein bewirken regelmäßige Saunagänge eine Stimulanz des Immunsystems. Man härtet sich ab und kann Krankheitserregern besser trotzen. Dieser Aspekt ist zum einen durch das Schwitzen an sich, als auch durch die Abwechslung zwischen Heiß und Kalt bedingt. Während des Schwitzens in der Kabine erhöht sich die Körpertemperatur derart, dass man von einem künstlich herbeigeführten Fieber sprechen kann. Durch die hohe Temperatur werden Keime abgetötet. Die Haut wird gut durchblutet, alte Haut wird, wie bei einem Peeling, aufgeweicht und erneuert, die Blutgefäße erweitern sich zudem stark. Dies wirkt sich äußerst positiv auf das Erscheinungsbild der Haut aus und reduziert Alterungsprozesse. Das Schwitzen kommt außerdem einer tiefgreifenden Reinigung gleich. Kühlt man den Körper dann plötzlich ab, ziehen sich die Poren wieder zusammen, die Muskeln entspannen sich wie bei einer Massage und der Kreislauf wird stimuliert. Der Effekt ist ähnlich wie bei den bekannten Wechselduschen. Darüber hinaus wird der Stoffwechsel angeheizt, der Blutdruck senkt sich und die Atmung wird verbessert. Als medizinische Therapie können Saunagänge bei Beeinträchtigungen rund um das vegetative Nervensystem angewendet werden.
Nicht empfehlenswert ist saunieren für Menschen mit Venenleiden, oberflächlichen Verletzungen der Haut wie zum Beispiel Entzündungen, Couperose und Infektions- sowie Herz-Kreislaufkrankheiten.
Die Sauna erfreut sich auf dem Wellness-Sektor äußerst großer Beliebtheit. Wer es noch nie ausprobiert hat, sollte beim ersten Versuch die Grundregeln kennen. Es lohnt sich, denn der Wechsel zwischen Warm und Kalt ist gesund, da das Immunsystem gestärkt und die Haut besonders gut durchblutet wird.
Geschichte der Anwendung
Schon in der Steinzeit sollen vorwiegend asiatische Völker die Praxis angewendet haben. Danach führt die Spur zu den Inuit und auf den amerikanischen Kontinent. Von hier verbreitete sich das Wissen um die Technik nach Europa, hier besonders durch die slawischen Völker. Der Begriff selbst stammt aus der finnischen Sprache. “Sauna” heißt soviel wie “Schwitzbad”. In Deutschland wurde das Saunieren seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts immer populärer. Heute kommt kein Wellness-Hotel mehr ohne einen solchen Bereich aus.
Durchführung
Man unterteilt den Saunagang in drei Phasen. Die erste Phase ist die Vorbereitung auf die Schwitzkabine. Diese erfolgt durch eine ausgiebige Dusche. Man sollte darauf achten, Schaumreste sehr gut abzuspülen, um die Poren der Haut optimal auf das bevorstehende Schwitzen vorzubereiten. Danach erfolgt der eigentliche Saunagang. Schmuck jeder Art wird davor abgelegt. Er könnte sich erhitzen und zu Verletzungen führen. In der Kabine herrschen Temperaturen von mindestens 70 und höchstens 100 Grad Celsius. Da trockene und heiße Luft bekanntlich nach oben steigt, ist es auf den oberen Bänken auch um einiges wärmer. Als Anfänger ist es ratsam, sich zunächst im unteren Bereich aufzuhalten. Ein Badehandtuch dient dabei als hygienische Unterlage. Mittlerweile sind auch so genannte Sauna-Kilts erhältlich. Sie vereinen Handtuch und Umhang. Für Personen, die es eher unangenehm finden, völlig nackt neben fremden Menschen zu sitzen, eine gute Alternative.
Aufgüsse, denen auch ätherische Öle beigemischt sein können, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und sorgen für vermehrtes Schwitzen. Ein Durchgang dauert in der Regel zehn Minuten. Die meisten Saunagänger führen zwei Durchläufe aus. Nach Ablauf der Zeit muss der Körper abgekühlt werden. Dies geschieht für Geübte im Tauchbecken. Weniger hartgesottene können dies unter der Dusche tun. Nachdem die Haut gründlich getrocknet wurde, heißt es nun: Ruhe. Man entspannt sich, in Decken oder Handtücher eingewickelt, am besten in einer liegenden Position.
Pilates, das “Wundermittel um Bauch, Beine und Po zu straffen und allgemein eine bessere Haltung zu bekommen.” So oder so ähnlich lese ich immer wieder davon. Obwohl ich eigentlich eine Sportniete bin, konnte ich heute im Elektronikfachmarkt meines Vertrauens nicht an der DVD-Abteilung vorbei gehen.
Mein Blick fiel auf die unterschiedlichen Angebote zu Pilates. Mit dem freudigen Gefühl, jetzt endlich mal in die Basics der Methode einzusteigen und etwas für mich zu tun, griff ich eine DVD heraus. Nicht unbedingt zufällig handelt es sich um die von Barbara Becker. Schon seit längerem beneide ich sie um ihren absolut perfekten Körper. Der Gedanke, nur annähernd so auszusehen, versetzt mich regelmäßig in teils euphorische, teils wehmütige Zustände. Nach dem Bezahlen fühlte ich mich schon so, als hätte ich das erste Workout hinter mir. Da soll noch einer sagen, Glück ist nicht käuflich! Zu hause angekommen zögerte ich noch kurz, etwas gedanklich durchzuspielen ist doch anders, als sich dann wirklich anzustrengen. Aber ich blieb tapfer und legte die DVD in den Player, so schwierig sahen die Übungen, die ich bis jetzt so gesehen habe nun auch wieder nicht aus. In Ermangelung einer richtigen Matte musste eine Decke herhalten, auf die ich mich setzte und gespannt den Ausführungen Frau Beckers und ihrer Trainerin lauschte.
Im Basistraining (Dauer etwa 45 Minuten) werden 24 Übungen vorgestellt, die sich für Einsteiger und Fortgeschrittene eignen sollen. Darüber hinaus kann man ein Kurztraining (Dauer ca. 20 Minuten) oder die einzelnen Übungen getrennt voneinander absolvieren. Da eines der wichtigen Dinge beim Erlernen von Pilates das Lokalisieren des so genannten “Powerhouse” ist, musste ich dieses nun, mithilfe der richtigen Haltung und Atmung (in die Brust) erstmal Suchen. Die Suche gestaltete sich schwieriger als erwartet und ich bin mir auch jetzt, nach dem ersten Training, noch nicht ganz sicher, ob das, was ich da gespürt habe, auch wirklich mein Powerhouse und nicht allein die ungewohnte Anstrengung der Bauchmuskeln war. Die zweite Übung sieht einfach aus, heißt “Rolling like a ball” und erfordert eine
Menge Konzentration. Beim hoch- und runterrollen dämmerte mir langsam, dass auch Pilates anstrengend ist. Tapfer befolgte ich die weiteren Übungen. Manche von ihnen sind einfacher, was aber nicht heißt, dass sie nicht kraftaufwendig sind. Bei einigen Übungen lernte ich meine körperlichen Grenzen einmal ganz persönlich kennen, wir sind jetzt sozusagen beim “Du”. Eine davon trägt den wunderbaren Namen “Side kick inner thigh lift”, also “Heben und Senken des unteren Beins”. Man liegt auf der Seite (bis hierhin noch akzeptabel) und stellt das oben liegende Bein vor das andere. Hört sich ersteinmal nicht schlimm an. Dann aber kommt der Haken: das unten liegende Bein wird nun auf- und abwärts gesenkt. Das richtige Atmen dabei nicht vergessen und die Bauchspannung halten. Ich fühlte mich wie ein menschlicher Knoten kurz vor dem Aufspringen. Das mit dem nach vorne gestellten Fuß muss ich wohl noch üben.
Testurteil: Nach einer Trainingseinheit konnte ich feststellen, dass wirklich alle Übungen einfach aussehen, dafür aber unglaublich kraftraubend sind (nicht umsonst wird Pilates auch oft “Power-Yoga” genannt!). Trotzdem bin ich nicht verschwitzt, muss nicht sofort unter die Dusche, wie nach dem Fitness-Studio und hechele nicht, wie nach einem Waldlauf oder einer Nordic-Walkin-Einlage. Ich muss mich nicht überwinden für das Training irgendwo hinzufahren und fühle mich danach frisch und sogar etwas entspannt. Ich glaube, ich habe Pilates für mich entdeckt. Frau Becker ermutigt mich weiter: Angeblich soll man, so der Erfinder der Methode, nach 10 Trainingseinheiten einen Effekt verspüren, nach 20 soll man ihn dann sogar schon sehen, nach 30 hat man eine Top-Körperhaltung und überhaupt einen ganz neuen, wunderschönen, athletischen Körper. Ich bin bereit und gelobe, mindestens zweimal pro Woche zu üben und in Zukunft auch mehr auf meine Ernährung zu achten. Denn die Erfahrung, dass meine Beweglichkeit, die Ausdauer und der Anmut mit Mitte 20 nicht mehr selbstverständlich einfach da sind, hat mich ehrgeizig gestimmt.
Der Begriff Wellness ist, wie hier schon einige Male festgestellt wurde, ein ungeschützter Begriff und hat seine eigentliche Bedeutung, nämlich die der Gesundheitsprävention durch einen angepassten Lebensstil, längst zugunsten einer passiven Einstellung zu dem Thema aufgeben müssen.
Wellness ist für die Allgemeinheit oft nicht mehr als Sauna, Solarium, Massage, Floating. Das entspricht aber keineswegs dem Grundgedanken der Wellness-Bewegung. Nun hört man immer öfter von “Medical Wellness” Angeboten, deren Inhalte keineswegs neu sind. Vielmehr wird in dieser Wellness-Form wieder der Ursprungsgedanke aufgegriffen, den der Pionier der Wellness-Bewegung, Dr. med. Halbert Dunn, in den 1950-er Jahren in den USA prägte.
Medical Wellness ist bezeichnend für eine Änderung verschiedener Verhaltensweisen, die sich negativ auf das allgemeine Wohlbefinden, vor allem aber auf die Gesundheit auswirken. Ziel ist es, durch fachliche Betreuung zu einer Lebensqualität zu finden, die körperliches und geistiges Wohlbefinden fördert, das in erster Linie von der körperlichen Gesundheit begünstigt wird.
Besonders chronisch Kranke können von den Behandlungen profitieren. Denn viele Krankheiten werden durch ungesunde Lebensweise begünstigt oder sogar verstärkt. Dazu gehören beispielsweise Beschwerden den Rücken betreffend, wie auch Rheuma, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Stress, der häufige Krankheitsauslöser unserer Zeit, in der es scheinbar immer öfter nur noch um Leistung und Erfolg geht kann ebenso durch Medical Wellness behandelt werden.
Die Angebote beziehen sich dabei nicht auf spezifische Therapien, sondern nutzen die gesamte Palette der ganzheitlichen Gesundheitslehren (z.B. Ayurveda) und anderer Therapieansätze. Um potenzielle Anbieter von Betrug und fragwürdigen Angeboten abzuhalten, gibt es eine Liste von Forderungen an Einrichtungen, die sich mit dem Titel “Medical Wellness” auf dem Markt etablieren wollen. Urheber dieser Mindestanforderungen ist der Deutsche Wellness Verband, der als unabhängiger Ratgeber fungiert und versucht, den Wellness-Begriff so gut es gehtvor unseriösen Anbietern zu schützen. Erfüllt ein Hotel sämtliche Kriterien einwandfrei, so bekommt es ein Zertifikat von dem Verband. Somit können Kunden sicher sein, dass sie das bekommen, was ihnen im Katalog oder Internet versprochen wird.
Vor einiger Zeit berichtete ich über den “Australischen Schneebesen”, der mir auf meinen Wegen durch die Stadt immer wieder begegnete. Er verfolgt mich nach wie vor. Der Unterschied: er liegt jetzt nicht mehr in dem Apotheken-Schaufenster, in dem ich ihn einmal sah, sondern in meinem Schrank.
Ich hätte widerstehen können, hab schon gar nicht mehr an ihn gedacht. Nur ab und zu sah ich bei meinen Streifzügen durch diverse Geschenkboutiquen Varianten des Kopfmassierers. Dabei war auch eine aus Plastik. Ziemlich billig und dafür auch sehr nutzlos. Die Plastik-Ausführung stellte sich beim Selbstversuch im Laden eher als eine Art “Kopfhaut-Schreck” dar. Es fehlten die Gumminoppen am Ende der Streben. Eine schmerzhafte Erfahrung. Nach diesem Erlebnis vergaß ich den “Schneebesen” erst einmal. Es mussten Weihnachtvorbereitungen getroffen und das Silvesterfest organisiert werden. Gestern dann traf ich mich mit meiner besten Freundin zu einer verspäteten Bescherung. Einige Geschenke waren schon ausgepackt, als sie mir eine runde, in Papier verhüllte Rolle überreichte. Ich dachte mir nichts weiter dabei und öffnete das Paket. Zum Vorschein kam: der Massage-Schneebesen. Da war er also wieder, das kann kein Zufall sein! Natürlich probierte ich ihn gleich aus. Es war tatsächlich das kribbelnde Gefühl, von dem man in unterschiedlichen Produktbewertungen im Internet lesen kann. Nun ja, vielleicht nicht ganz so übertrieben intensiv, aber sehr angenehm und tatsächlich unglaublich entspannend. Nach einigen Auf- und Abbewegungen verliert sich das Kribbeln. Was bleibt ist angenehm aber nicht mehr spektakulär. Wenn man dann kurz stoppt und von Neuem beginnt, kommt es wieder. Herrlich! Auch sehr schön ist es, wenn man den Massierer einfach mal ein Paar Minuten auf dem Kopf belässt und ihn nicht bewegt. Sieht nur etwas eigentümlich aus, da der Griff sich dann optisch zur Antenne wandelt. Vielleicht eine tolle Verkleidung für den nächsten Fasching.
Fazit: Verschiedene Geschenk-Boutiquen bieten den Massage-Wunder-Schneebesen für einen deutlich geringeren Preis an, als Apotheken und Internet. Wenn man die Augen ein bisschen offen hält, kann man da ein ganz gutes Schnäppchen schlagen. Lohnend ist die Anschaffung auf jeden Fall, ob nun als Geschenk oder für den Selbstversuch.
Musik kann aufwühlen, sie tröstet, sie versetzt den Körper manchmal in Euphorie. Musik kann vieles im Körper und in der Seele bewirken. Das was viele Menschen schon gespürt haben, wenn sie bei sanften Melodien zur Ruhe gekommen sind, ist sogar wissenschaftlich erwiesen: bestimmte Rhythmen entspannen!
Wie das möglich ist? Musik, die einem Takt von 60 Schlägen pro Minute folgt, bringt -wissenschaftlichen Studien zufolge – den Körper dazu, sich dem Takt der Musik anzupassen. Alle Körperfunktionen wie Blutdruck, Atmung, Herzschlag und auch der Stress-Level sind diesem Phänomen unterworfen. Durch die Beruhigung dieser Funktionen erfolgt eine Lockerung der Muskulatur. Die Folge: man entspannt sich.
In der Wissenschaft sind besonders die Klassiker des Barock für ihre meditative und entspannende Wirkung bekannt. Man kennt die Wirkung beispielsweise aus den sogenannten “Goldberg-Variationen”. Dieser Name geht auf den Cembalisten Goldberg zurück. Dieser spielte einer Anekdote zufolge einem, von Schlaflosigkeit geplagten, Grafen ein eigens für ihn komponiertes Stück Johann Sebastian Bachs vor. Die Musik verfehlte nicht ihre Wirkung: Graf Keyserling konnte wieder einschlafen. Die sogenannte “Bachstimme”, also den Sekundentakt in der Musik, griffen auch Komponisten wie Händel, Vivaldi und Corelli auf.
Aufgrund der beruhigenden Wirkung wird Musik sogar bei Operationen und chronischen Schmerzen eingesetzt. Wer unter Schlaflosigkeit, zuviel Stress oder Ängsten leidet, sollte sich also der Wirkung der “Goldberg-Variationen” oder der klassischen Musik im Allgemeinen bedienen. Darüber hinaus gibt es auch andere Highlights der Klassik, die je nach Wunsch, beim Start in den Tag, beim Einschlafen oder Lernen helfen. Wer im Internet gezielt sucht, wird problemlos fündig. Sogar fertige Sampler sind bereits erhältlich. Die kann man dann zum Beispiel einlegen und den Klängen aus der warmen Badewanne heraus lauschen. Ein garantiert entspannendes Abendprogramm!
Der Wellness-Trend macht auch vor den Jüngsten nicht halt. Nachdem Wellness zum absoluten Must-Have sämtlicher Bevölkerungsschichten geworden ist, bieten einige Einrichtungen jetzt auch “Baby-Wellness” an.
Wellness ist ein ungeschützter Begriff. Allgemeinhin zählt man zu diesem Bereich ja alles, was irgendwie schön, gesund und jung erhält. Ein ganz wichtiges Stichwort ist außerdem die Entspannung. Dieser Aspekt ist Hauptmerkmal der Baby-Wellness Angebote. Denn, um sich über Jugend und Schönheit den Kopf zu zerbrechen, sind die kleinen Wonneproppen glücklicherweise noch zu klein. Im Internet lesen sich die Erholungsofferten der Wellness-Hotels dann auch eher wie ein Komplettprogramm für die ganze Familie: während Mama sich eine ausgedehnte Massage gönnt, soll das jüngste Familienmitglied nicht zu kurz kommen. Anwendungen wie Ganzkörpermassagen mit Öl und eine Massage der kleinen Füßchen bringen auch dem Kind Entspannung.
Zugegeben, es ist fraglich, ob Babys Massagen wirklich zur Erholung und Entspannung gegen den Alltagsstress benötigen. Denn das ist ja oft der Hauptgrund, wenn man sich selbst durchkneten lässt. Wenn man diesen Aspekt aber mal Außen vor lässt, kann man den Angeboten durchaus positive Seiten abgewinnen. Mütter und Väter verbringen mit ihrem Baby ganz bewusst Zeit, die nur der Erholung gewidmet ist. Alltag und Hektik werden für einige Momente vergessen. Ich vermute, die entspannte Grundeinstellung der Eltern wirkt sich mehr auf die Psyche des Kindes aus, als jede professionelle Massage.
Daneben werden Workshops angeboten die zeigen, wie man die Massage für Babys in den Alltag einbauen kann. Körperkontakt ist wichtig, das wissen alle Mütter. In der Regel wenden Sie Massagetechniken ja auch von Haus aus an. Wer aber professionell ans Werk gehen möchte und das nötige Kleingeld parat hat, kann natürlich auf die Angebote zurückgreifen. Schaden wird es in keinem Fall.
Für niedrigeres Budget oder für diejenigen, denen ein Lehrgang zuviel des Guten ist, gibt es eine weitreichende Palette einschlägiger Literatur. Als Geschenkidee angepriesen zum Beispiel das Buch “Baby-Wellness” von Karin Schutt. Die Autorin bezieht auch die Umgebung des Kindes ein. Faktoren wie ein kuscheliges Kinderzimmer und alltägliche Verwöhnrituale werden darin ebenso beschrieben, wie Spiel-Ideen.
Fazit: Babys brauchen Liebe und Nähe um glücklich aufzuwachsen. Für diese Dinge kann man auch mal die Baby-Wellness Angebote einbeziehen. Man kann aber ebenso gut einfach das tun, was Mütter und Väter seit Jahrhunderten machen, um ihre Kleinsten zu pflegen und ihnen ein Lächeln zu entlocken.