Allergischer Schock: Vorbereitung rettet Leben

Ein allergischer Schock kann prinzipiell jeden treffen. Ärztlich verordnete Notfallsets können im Ernstfall Leben retten. Die Anaphylaxie ist die schwerste und lebensgefährliche Form einer allergischen Reaktion, erklärt Ludger Klimek, Leiter des Allergiezentrums in Wiesbaden. Auch Menschen, die bisher noch keine allergischen Reaktionen zeigten, können einen anaphylaktischen Schock erleiden. Umso höher ist das Risiko bei Menschen, deren Allergien bekannt sind. Das persönliche Anfälligkeits-Risiko kann beim Arzt überprüft werden.

Am stärksten betroffen sind Menschen, die allergisch auf Lebensmittel, Insektengift oder Medikamente reagieren. Auch Pollen-Allergiker haben saisonal bedingt ein höheres Risiko. "Vielen Allergie-Patienten ist es nicht bewusst oder sie wollen lieber nichts davon wissen, dass bei ihnen ein erhöhtes Anaphylaxie-Risiko besteht", weiß Ludger Klimek. Dennoch sollten bereits die ersten Warnzeichen ernst genommen werden. Größte Alarmbereitschaft ist gefragt, wenn die Haut anfängt zu jucken, sich rötet und zusätzlich Übelkeit, Erbrechen, Atemwegsbeschwerden oder Herzkreislaufsymptome wie Schwindel, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit auftreten.

Für Patienten mit erhöhtem Risiko können der Ärzte ein Notfallset verschreiben, das immer mit sich geführt werden sollte. Neben einem Antihistaminikum und einem Kortisonpräparat ist der wichtigste und sofort wirksame Bestandteil des Sets ein Adrenalin-Autoinjektor. Den richtigen Umgang erlernen die Patienten in einer Schulung, die Handhabung und Wissen vermittelt. "Ich empfehle jedem Anaphylaxie-Gefährdeten an solch einer Schulung teilzunehmen", sagt Klimek.

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